Fuhrmanns Früchtekorb: Nam Dok Mai

Beschrieben von Fuhrmanns GF Johannes Ehrenberg

Natürlich kenne ich nicht alle asiatischen Metropolen, aber von denen, die ich besucht habe, ist Bangkok für mich die aufregendste. Insbesondere unter Foodies gilt die pulsierende thailändische Hauptstadt als kulinarische Boomtown – und entsprechend als angesagte Destination.

43 Sternerestaurants gibt es in Bangkok, sechs davon sind gleichzeitig im internationalen Ranking „World’s Best Restaurants 2025“ gelistet: Gaggan, Sorn, Sühring, Le Du, Nusara und Potong. Dessen Inhaberin Pichaya „Pam“ Soontornyanaki wurde zudem zur „World’s Best Female Chef 2025“ gekürt.

Doch Bangkok ist nicht nur ein Paradies für Fine Dining. Hinzu kommen unzählige Streetfood-Paradiese, die zumeist nur aus einer kleinen, fahrbaren Garküche bestehen oder sich in einer der vielen Bangkoker Markthallen befinden und sich dort den Luxus einiger Plastikhocker und Campingtische für ihre Gäste leisten.

Mein Lieblingsmarkt: Or Tor Kor Market

Mein Markt-Favorit ist der Or Tor Kor Market im Distrikt Chatuchak nördlich des Bangkoker Stadtzentrums, nur wenige Gehminuten von der U-Bahn-Station Kamphaeng Phet entfernt.

Betrieben wird Or Tor Kor von der Marketingorganisation thailändischer Farmer MOF. Dementsprechend vielfältig und qualitativ erstklassig ist das Angebot der Händler in der Markthalle, die täglich von 6.00 bis 20.00 Uhr geöffnet ist.

Eine wahre Pracht intensiv duftender Kräuter, nie gesehener Gemüse, aromatischer Früchte, daneben frische Fische und Meeresfrüchte, Hühner, Enten und Spanferkel – Exotik pur. Die Waren an den Ständen sind kunstvoll arrangiert, der fröhliche Lärm hunderter Kunden erfüllt den Raum, und die Stimmung wird umso lebhafter, je zahlreicher die Besucher werden.

Viele von ihnen beenden ihren Einkauf mit einem Snack, etwa mit dem chilischarfen Papayasalat Som Tam, mit verschiedenen Currys und Suppen oder mit Khao Niao Mamuang, einer süßen Spezialität aus gedämpftem Klebreis, Kokosmilch und frischer Mango der Sorte Nam Dok Mai. Typisch Thailand – und zugleich unser heutiges Thema.

Die Mango: Frucht mit jahrtausendealter Geschichte

Es geht also um die Mango, deren botanischer Name Mangifera indica bereits einen Hinweis auf ihre Herkunft enthält. Die Pflanze aus der Familie der Sumachgewächse stammt ursprünglich aus dem südlichen Indien und wird bereits in der ältesten Schrift der Menschheit erwähnt, den mehr als 4.000 Jahre alten altindischen Veden.

Von Indien aus gelangte die Mango in andere Regionen der Welt mit tropischem oder subtropischem Klima, etwa nach Mittel- und Südamerika, in weite Teile Afrikas und Asiens sowie nach Australien. Die schnellwüchsigen, immergrünen Mangobäume sind inzwischen sogar in Mittelmeerländern und auf den Kanarischen Inseln zu Hause.

Kein Wunder also, dass Mangos nach Bananen, Zitrusfrüchten und Trauben zu den wichtigsten Früchten des Welthandels gehören und weltweit auf Platz drei der Produktion von exotischem Obst liegen. Das Gros, rund 14 Millionen Tonnen jährlich, stammt allerdings noch immer aus Indien.

Über 1.000 Mangosorten weltweit

Die botanische Wissenschaft kennt derzeit mehr als 1.000 wilde und kultivierte Mangosorten, von denen auf europäischen Märkten allerdings nur ein kleiner Teil ankommt.

Der Grund liegt auf der Hand: Ausgereifte Mangos sind extrem empfindlich und lassen sich deshalb nur mit großem Verpackungsaufwand transportieren. Um diese Kosten zu vermeiden, werden Mangos häufig unreif geerntet und verschickt. Lässt man sie anschließend nachreifen, wechseln sie allerdings rasch vom Zustand weitgehend geschmacksfreier Härte in ein weiches, gäriges Endstadium – und landen schließlich nicht selten in der Bio-Tonne.

Dabei besitzen auch unreife Mangos ihren kulinarischen Wert. In Indien wird ihr Fruchtfleisch etwa zur Herstellung des beliebten Chutneys Sweet Mango Pachadi verwendet oder – getrocknet und gemahlen – als natürliches Säuerungsmittel Amchoor eingesetzt.

Nam Dok Mai – die Königin der Mangos

Wir importieren fast ausschließlich reife Mangos, vor allem aus Thailand. Unser Partner dort ist Rafael Neitzsch, gebürtiger Franke, gelernter Koch, viele Jahre Küchenchef in Südostasien, später Gründer des Handelsunternehmens Thai Fresh Express mit Sitz in Bangkok und heute ein ausgewiesener Mango-Spezialist.

Seine bevorzugte Sorte heißt Nam Dok Mai, zugleich der Favorit vieler Spitzenköche. Sie stammt ursprünglich aus der Provinz Chanthaburi im Südosten Thailands, wird heute aber auch in anderen Regionen des Landes angebaut.

Die Früchte besitzen eine leuchtend goldgelbe Farbe, eine elegante ovale Form, eine leicht abgeflachte Spitze und ein besonders aromatisches Inneres. Das Fruchtfleisch ist cremig, faserfrei, saftig und weist geschmacklich eine perfekte Balance aus Süße und Säure auf.

Mangovielfalt in Thailand

„Rund 100 Mangosorten gibt es in Thailand“, erklärt Rafael Neitzsch, „von denen allerdings lediglich etwa 20 Sorten kommerziell relevant sind.“

Zu den wichtigsten zählen neben Nam Dok Mai etwa Kiew Sawoey, eine grünschalige und sehr beliebte Sorte, Ma Muang Sam Rot, bekannt als Mango mit den drei Geschmacksrichtungen süß, sauer und leicht salzig, Pim Seng, eine kleine und besonders süße Sorte, sowie Ma Muang Preaow, deren Fruchtfleisch deutlich säuerlicher schmeckt.

So verschieden diese Sorten auch sein mögen – in Größe, Farbe, Aroma und Konsistenz –, eines haben sie gemeinsam: ihren hohen ernährungsphysiologischen Wert. Mangos sind gut verdaulich, reich an Vitamin A und Beta-Carotin, enthalten beachtliche Mengen Eisen und Kalium und zählen damit zu den nährstoffreichsten tropischen Früchten.

Dieter-Fuhrmann Fruchtgroßhandel

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