Wo Kenko Brands produziert
Der Sitz der Kenko Brands GmbH ist in Berlin-Zehlendorf, produziert allerdings wird im Oranienburger Oranienwerk. Das historische Industrieensemble in der Kremmener Straße beherbergte einst die Stahlfederfabrik Heintze & Blanckert und war zur DDR-Zeit Domizil eines Kaltwalzwerkes. Nach der Wende endete das Dasein des Areals als Stahlstandort, ein Teil der Gebäude wurde abgerissen, der Rest verkam zum Lost Place. 2011 erwarben die Unternehmer Christoph Miethke und Sabine Opdensteinen den Komplex und entwickelten einen Event-, Kultur- und Kreativort. Heute gibt es hier Ateliers, Büros, Studios, Werkstätten, ein Café, eine Psychotherapeutische Praxis, diverse Veranstaltungssäle – und die Räumlichkeiten der Suppen-und-Saucen-Manufaktur Kenko Brands.
DIY statt Zusatzstoffe
Ob in China, Japan, Korea, Thailand oder in Vietnam – speziell Saucen gehören zu allen asiatischen Küchen wie der Senf zur Bockwurst: Austernsauce, Chilisauce, Currysauce, Erdnusssauce, Fischsauce. Pflaumensauce, Soiasauce… Einige, wie die Teriyaki-Sauce, kann man selber machen, die meisten allerdings kauft man besser, alles andere wäre zu aufwändig. Dabei kann man natürlich Schiffbruch erleiden, sowohl was die Inhaltsstoffe betrifft als auch geschmacklich.
Das erlebte vor etlichen Jahren auch Zhen Yuan Wan als die Berlinerin Lao Gan Ma suchte, eine spezielle chinesische Chilisauce Als sie endlich in einem Asia-Markt fündig wurde, staunte sie nicht schlecht. Die Sauce war vollgestopft mit Geschmacksverstärkern von Mononatriumglutamat über Dinatriumguanylat bis Dinatriuminosinat und enthielt zudem Farb- und Konservierungsstoffe. Das tue ich mir nicht an, sagte sich die junge Frau und begann, die Chilisauce am heimischen Herd selbst herzustellen.
Vom Freundeskreis zum Geschäftsmodell
Das Experiment gelang – auch ohne die künstlichen Mittelchen, der Saucenindustrie. Schnell entwickelte sich ein kleiner Markt in Freundeskreis, ein Fläschchen für Anna, zwei für Petra, drei für Sonja. Und als auch Onkel und Tante, zwei gestandene Gastronomen, voll des Lobes über ihre Kreation waren, schien der nächste Schritt nur noch eine Frage der Zeit.
Den letzten Anstoß dafür gab schließlich Zhen Yuan Wans beste Freundin und so gründeten die beiden Frauen 2021 ihre Firma Kenko Brands GmbH und produzierten unter der Marke yuuniwa bereits ein Jahr später die ersten Saucen, biozertifiziert von Anfang an, glutenfrei, vegan und äußerst geschmacksstark. Übrigens: Zhen Yuan Wang, die alle nur Zenny nennen, stammt aus dem Bezirk Jiagedagi im Nordosten Chinas, kam als Zehnjährige zu Onkel und Tante nach Berlin, lernte die deutsche Sprache, machte Abitur und schloss an der Technischen Universität ein Studium der Betriebswirtschaftslehre ab.
Bestseller mit Suchtfaktor
Sieben ihrer asiatischen Saucenkreationen sind derzeit am Markt- Aufpepper mit fein austarierter Aromatik und hohem Suchtfaktor. Absatz-Spitzenreiter sind die Korean Bibimbap Sauce, die dem koreanischen Nationalgericht den entscheidenden Kick gibt und die Hot Chili Sauce, die tatsächlich liefert, was der Name verspricht. Hinzu kommen eine Sauer-Scharf-Suppe und eine Phớ-Brühe. Noch im Stadium der Rezeptoptimierung sind eine Dumpling-Sauce, eine Sweet-Chili-Sauce mit Zitronengras und eine Miso-Brühe…
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