Ein Amerikaner in Berlin

Published on Dezember 21, 2009 by Redaktion   ·   No Comments

SURF & TURF

„Berlin – the place to be“ – mit diesem Slogan wirbt die Hauptstadt im zwanzigsten Jahr des Mauerfalls in internationalen Metropolen. „Berlin – der Ort, an dem man sein muss“, für Joel Mark Colacchia ist das eine olle Kamelle. Vor sieben Jahren bereits schrieb er diesen Satz in einem Brief nach Hause. Da war es beschlossene Sache, dass er, der Amerikaner, hier nicht nur eine Stippvisite absolvieren würde. Colacchia wurde Barkeeper in Berlin, Feinkosthändler und vor zwei Jahren schließlich Inhaber eines Bistros in der Charlottenburger Grolmannstraße.

Der Gastro-Mix an dieser Ecke ist berlintypisch. Da gibt es den Italo-Oldie Florian, das Diener-Tattersall mit seiner urdeutschen Eisbein-Küche und genau gegenüber nun also die American Steak & Oyster Bar von Joel Mark Colacchia. Forf & Knife nannte er das Bistro zuerst, manche dachten tatsächlich, es sei ein Besteckladen. Deshalb änderte er jetzt die Headline in Surf & Turf. Das hat zur Folge, dass zumindest Leute, die mal in den USA oder in England waren, staunend fragen: Sowas gibt’s auch in Berlin? Neuer Name, neues Glück.

Colacchia serviert Austern, Hamburger, Hummer, Salate, Shrimps und Steaks – fein und frei von irgendwelchen Banalitäten. Gästebucheinträge beweisen das. „Nice food“, heißt es da zum Beispiel kurz und treffend oder „wonderful hospitality“.

Dem ist nur noch hinzuzufügen, dass es diese Art der Gastronomie verdient hätte, Karriere zu machen: blitzsauber, superschnell, oberlecker.

Der frische Bacon Cheeseburger mit Steakfries beispielsweise zeigt seinen industriell gefertigten Brüdern, dass selbst ein Hamburger schmecken kann. Das T-Bone-Steak, 600 Gramm schwer, ist von allererster Güte und hat mit den mancherorts verabreichten Fleischbatzen Marke Schuhsohle und Co. nur den Namen gemeinsam. Auch grillen will eben gelernt sein. Letztlich der Namensgeber. Surf & Turf, die Kombination von Meeresfrüchten mit Fleisch, besteht hier aus einem 200-Gramm-Rumpsteak und einem halben Hummer. „Superb“, sagt ein Gast. Wir stimmen in die Lobeshymne ein. Das ist Bistroküche im besten Sinne.

Joel Mark Colacchia hat zu Hause in Kalifornien gelernt, wie man sowas macht und hat es – Gott sei Dank – während seiner Wanderjahre nicht vergessen. Am Ziel ist er dennoch nicht. Der 38jährige will noch die Weltmeisterschaften im Austernöffnen gewinnen und in Berlin ein Austernfestival veranstalten. Na dann, good luck!

American Steak & Oyster Bar

Grolmannstraße 27-28

10623 Berlin-Charlottenburg

Tel. 030 / 88 71 46 44

www.forkknife.de

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